Saziwi ist eine Feinschmecker‑Delikatesse und ein echter Schatz der georgischen Küche. Es gilt als Feiertagsgericht, das besonders mit dem Neujahr verbunden wird und im ganzen Land geschätzt ist. Saziwi besteht aus Truthahn oder Hühnchen in Walnusssauce, gewürzt mit aromatischen Gewürzen, und jede Region Georgiens hat ihre eigene traditionelle Art der Zubereitung.
Ausländische und inländische Parallelen
Auf den ersten Blick sieht Saziwi aus wie ein indisches Curry mit vertrauter Farbe und Konsistenz und wird mit einigen für die indische Küche typischen Gewürzen wie Bockshornklee, Nelken und Zimt zubereitet. Die Methoden und weiteren Zutaten unterscheiden sich jedoch deutlich. Kulinarische Experten konnten die Behauptung, das Gericht habe indische Wurzeln, nicht bestätigen. Daher gilt Saziwi als Juwel der georgischen Nationalküche und als köstliche Mischung der unverwechselbaren Aromen Georgiens.

Die Rezepte für Saziwi sind außerordentlich vielfältig, da das Gericht in allen Regionen des Landes zubereitet wird – von den Bergen bis in die Täler. Fast jede Familie besitzt ihr eigenes, über Generationen weitergegebenes traditionelles Rezept. Manche Varianten braten Zwiebeln mit etwas Mehl an, andere fügen Lorbeerblätter oder sogar Rührei hinzu. Einige verzichten auf Nelken und Zimt, andere auf Essig. Die Hauptbestandteile aller Saziwi‑Rezepte bleiben jedoch gleich: Geflügel (Truthahn oder Huhn) und Walnüsse.
Kulinarische Zeitreise: Alte und neue Rezepte für Saziwi
Obwohl Saziwi in ganz Georgien zubereitet wird, bezeichnete Barbare Dschordschadse es im ersten georgischen Kochbuch („Vollständige Küche“, 1874) als Gericht aus Guria und ordnete es damit einer westgeorgischen Region zu. Im Vergleich zu heutigen Varianten enthält ihr Rezept wenig Walnüsse und viel Essig.
Nach dem klassischen Rezept wird der Truthahn zunächst gekocht und anschließend gebraten, dann in Stücke geschnitten, bei Bedarf entbeint und in einen Topf gegeben. Das Fett der Kochbrühe wird nach dem Abkühlen abgeschöpft, und darin werden fein gehackte Zwiebeln bei kleiner Hitze gegart.
In der Zwischenzeit werden 800 Gramm Walnüsse von Hand oder im Mixer verarbeitet und mit Bockshornklee, Pfeffer, vier zerdrückten Knoblauchzehen und trockenem Koriander vorsichtig nach und nach vermischt.
Anschließend kommen die Röstzwiebeln und Salz hinzu. Alles wird zu einer gleichmäßigen Masse vermengt und langsam in die Brühe gegeben, dabei mit einem Holzlöffel gerührt, bis es kocht, damit die Sauce klar bleibt. Sobald sie kocht, wird sie über die Fleischstücke gegossen, nochmals zwei bis drei Minuten erhitzt, mit Essig abgeschmeckt und vom Herd genommen.